Aktuelles Tasting: Port Charlotte PC8 – Ar Dùthchas

Heute mal zu einer ganz besonderen Flasche, einem kräftigen, rauhen, rauchigen Islay-Malt. Der aufmerksame Yourmalt.de-Leser wird zwischenzeitlich festgestellt haben, dass ich ein gewisses Fabile für die Insel-Whiskys habe und so darf natürlich auch ein Port Charlotte in meinem Whiskyfass-Regal nicht fehlen.

Interessanterweise wird in der Port Charlotte Brennerei seit fast 100 Jahren kein Whisky mehr gebrannt. Wie kann das dann sein? Port Charlotte ist heute eine Produktkette von Bruichladdich unter der getorfte Whiskies der Marke verkauft werden. Bruichladdich ist klassischerweise, wenn auch untypisch für Islay, ungetorft.

Hier wird der Port Charlotte PC8 Ar Dùthchas verkostet, also ein stark getorfter Fassstärke-Bruichladdich, der 8 Jahre lang in den eiskalten Lagerhäusern von Port Charlotte lagern durfte. Ar Dúthchas bedeutet übrigens „Land unserer Ahnen“

slàinte mhath, Ihr Raphael L. Thierschmann

Tasting Notes:

Torfrauch, Heidekraut, Meeresluft – der PC8 ist unverkennbar ein Islay-Malt. Aber auch eine leichte Süße, Karamellnoten und Malz gesellen sich zum sonst eher maritimen Charakter. Der Geschmack bleibt lange im Mund und noch länger in der Nase.

Meine Meinung:

Für etwa 100 Euro ist der PC8 schon aus dem etwas gehoberen Sortiment und dadurch automatisch kein Whisky für jeden Tag. Auch die starke Torfnote macht ihn eher zu einem Whisky, der die richtige Stimmung braucht. Dann aber belohnt er den Genießer mit Bilder von den Küsten Islays, rauher Seeluft und der Ruhe eines einsamen Strandes.

Dieser Malt hat hat genau den Charakter, den ich bei Islay-Whiskys so schätze. Dazu ein traditionsreicher Name, Fassstärke und ein Geruch, bei dem selbst nach einem Dram jede Polizeikontrolle mit Alkoholtest endet. Herrlich!

YOURMALT Note:

Bewertung 1

Über Port Charlotte/Bruichladdich:

Port Charlotte ist nach der gleichnamigen Ortschaft auf Islay benannt. Hier standen zwei bedeutende Brennereien, Octomore und Lochindaal (Auch Port Charlotte genannt). Beide stellten ausschließlich im 19. und 20. Jahrhundert Whisky her. Die letzte der beiden Brennereien, Port Charlotte, schloss etwa 1930. Die beiden Namen nutzt inzwischen Bruichladdich, die darunter stark torfige (Port Charlotte) und sehr stark torfige (Octomore) Whiskys produziert und dazu die Lagerhallen von Port Charlotte nutzt, die die kältesten Lagerhallen auf Islay sind.

2016 will Bruichladdich die Port Charlotte Distille wiedereröffnen. Man darf gespannt sein.