Yourmalt auf dem Whisk(e)y Pur Festival in Aschaffenburg

Am 7./8. November hieß es wieder „Fàilte“ beim alljährlichen Whisk(e)y Pur Festival in Aschaffenburg, ausgerichtet von Andy McNeill und seinem Celtic Events. Das schöne an dieser kleinen, aber feinen Veranstaltung ist der Raum, der unabhängigen Abfüllern, kleinen Händlern und Marken gegeben wird, die sonst in der Konkurrenz mit den Großen sicher untergehen würden.

Hier kann man also vor allem Sonderabfüllungen, Spezialitäten und Kurioses probieren, anriechen und mit nach Hause nehmen. Bei mir hat ein Big Peat in der 2015 Christmas Edition seinen seinen Weg mit nach Bamberg gefunden. Torf-Power mit Fassstärke verspricht wunderbar rauchige Weihnachtsabende.

Vor allem aber die Besucher sind es, die diese Veranstaltung ausmachen. Keine Spekulanten und Großgastronomen, sondern Liebhaber sind hier unterwegs. So entstehen an jeder Ecke tolle Gespräche, in die man einsteigen kann und man darf sich bei Empfehlungen nicht nur auf das freundliche Standpersonal, sondern auf viele hilfsbereite Enthusiasten verlassen, die gerne ihre Lieblinge empfehlen und nicht selten vom eigenen Dram kosten lassen.

Leider hatte ich dieses Jahr nicht die Zeit für eines der zahlreichen angebotenen Tastings. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut und die Größe angenehm überschaubar. 2014 war ein Islay-Fassstärke-Tasting mein Highlight und Abschluss des Whisk(e)y Pur Festivals.

Meine Highlights dieses Jahr:

Neben einem hervorragendem 35 Jahre alten Sherry-Monster, den mir Whisky-Fachmann Dirk James Römer empfohlen hat, war vor allem der Edelstahl Moonshiner Whisky eine faszinierende Erfahrung. Irgendwo zwischen Wodka und Obstler lässt er erahnen, was der Whisky deCavo der Märkischen Spezialitätenbrennerei 2017 bieten wird.

Spannend war auch das Projekt Caskalive, eine Promo-Aktion des Bochumer Whisky-Festivals Whisky’n’more. Ausgewählte Fassstärke-Whiskies, darunter Mortlach und Talisker, wurden in kleinere Fässer eingelagert und darin nachgefinished. Auf der Messe konnte man sich Proben direkt aus dem Fass ziehen lassen, aber auch kleine Fläschchen der Unikate mit nach Hause nehmen. Ein bisschen wie mein eigenes Finishing-Projekt, nur in etwas größer.

Fazit:

Wer sich abseits der großen Messen einmal mit auf dem Boden gebliebenen Whisky-Freunden treffen will, ein Auge auf unabhängige Abfüller geworfen hat und für ein Tasting nicht gleich 120 € ausgeben möchte, der ist hier gut aufgehoben. Ich zumindest plane meine Fahrt nach Aschaffenburg für nächstes Jahr wieder fest ein!

Der Eintritt ist mit 8 € fair und beinhaltet natürlich ein obligatorisches Nosingglas.

Hier gibt es weitere Informationen zum Festival

slàinte mhath, Ihr Raphael L. Thierschmann