Aktuelles Tasting: Nikka Pure Malt Red

Wer für eine japanische Firma arbeitet, kommt früher oder später auch an den hervorragenden Whiskies aus dem Kaiserreich nicht vorbei. Das ist auch gar nicht schlimm, denn nicht umsonst räumen Malts wie der Yamazaki reihenweise Preise ab. Interessanterweise ist auch einer der größten Whisky-Hersteller weltweit aus Japan: Suntory. Wem das nichts sagt, der kann vielleicht mit den Begriffen Bowmore, Laphroaig, Jim Beam oder Canadian Club etwas anfangen, die alle zu diesem Konzern gehören.

Ein etwas kleinerer, aber in den letzten Jahren immer beliebterer Whisky-Hersteller ist Nikka, der viele verschiedene Varianten seines Malts verkauft und 2008 ebenfalls den Best Single Malt Preis bei den World Whisky Awards abräumte.

Hier wird heute der Nikka Pure Malt Red getestet, ein Blend, bei dem hauptsächlich Miyagikyo Whisky verwendet wurde.

slàinte mhath, Ihr Raphael L. Thierschmann

Tasting Notes:

Der Nikka Red ist ein sehr süßer und würziger Malt, der aber nicht unscharf daherkommt. Etwas unerwartet kommen auch Erde und leichte Torfnoten nach und in seiner ausgewogenen Charakteristik kommt er nahe and schottische Lowland-Whiskies heran. Je nach Temperatur kann man noch Malz, Orange oder auch blumige Noten erkennen. Überrascht hat mich aber tatsächlich die Rauchigkeit, die ich außerhalb Schottlands selten so erlebt habe.

Meine Meinung:

Mein erster Japaner und ich bin begeistert. Unerwartet rauchig, fruchtig, intensiv, vielseitig und trotzdem ausgewogen. Kein Wunder, dass diese Firma weit über die Grenzen Japans hinaus erfolgreich ist. Wer also einmal in die asiatische Welt des Whisky einsteigen will und nach dem Yamazaki-Hype 2014 doch etwas anderes sucht, dem empfehle ich den Nikka Pure Red, Black oder White zu probieren. Zumal die 0,5l Flasche einmalig schön ist.

YOURMALT Note:

laga

Über Nikka:

Masataka Taketsuru gründetet nach einer Studienreise nach Schottland 1934 die Nikka Distilling Company. Er hatte zuvor 2 Jahre in verschiedenen Distilleries in Schottland gelernt und war samt diesen Wissens und einer schottischen Frau 1920 nach Japan zurückgekehrt. Nachdem er Suntory beim Aufbau einer Distillery geholfen hatte, gründetet er 1934 Nikka. Heute gehört Nikka eine Große Zahl an japanischen Destillerien sowie die schottische Destillerie Ben Nevis. Der Konzern gehört zur japanischen Asahi Brauerei