Kleine Flasche, große Wirkung

Aktuelles Tasting: Caol Ila 18 Years

Und wieder zurück auf der Isle of Islay. Ich muss aufpassen, dass mein Blog nicht nur zu einem Paradies für Peat-Heads wird, sondern künftig auch mal wieder vom Festland verkosten. Aber davor hatte ich die Chance, einen Caol Ila in der 18 Jahre alten Version zu probieren.

Caol Ila wird in etwa „Kall Ihla“ ausgesprochen und bedeutet „Der Klang von Islay“, also das Geräusch des Meeres, wenn es gegen die felsigen Klippen von Islay schlägt und der Wind die salzige Meeresprise über die Insel weht.

Ich erwarte also ein maritim-rauchiges Geschmackserlebnis. Ob der Caol Ila 18 dieses Versprechen hält, gilt es herauszufinden.

Tasting Notes:

Nein, der Caol Ila enttäuscht nicht. Neben Eichenholz und einer würzigen Rauchnote sind deutliche Seearomen zu erkennen. Der Malt ist sehr tief und rund im Geschmack und auch eine gewissen Öligkeit kann man ihm nicht aberkennen.

Meine Meinung:

Ja, als Islay-Fan ist der Caol Ila gerade in der 18-jährigen Version auf jeden Fall probierenswert. Kein Wunder, dass die Brennerei schon seit knapp 30-Jahren zu Diageo und dort zu den Classic Malts zählt. Nur ein kleiner Anteil wird übrigens als Single Malt abgefüllt, ein Großteil findet seinen Weg in Blends. Dort kann er seine herrliche Torfnote einbringen und rundet so manchen Whisky gekonnt ab.

Ich persönlich empfinde ihn allerdings mit knapp 90€ als etwas zu teuer. Ein Lagavulin 16 ist 30€ billiger und für mich persönlich etwas charakterstärker. Andererseits kann man für 90€ auch schon in der Port Charlotte Region wildern oder sich spannende Kreationen von unabhängigen Abfüllern holen.

Yourmalt-Note:

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Zu Caol Ila:

Die Brennerei wurde im Jahre 1846 gegründet, gehört zu Diageo und liegt in guter Nachbarschaft zu Bunnahabhain. Sie ist mit 6,5 Mio Litern im Jahr die größte Destillerie auf Islay. Neben dem 18-jährigen Caol Ila sind auch ein 12, ein 15 und ein 25-Jähriger im Programm. Darüber hinaus sind noch einige Finishes und Cask-Strenght Versionen verfügbar.