Aktuelles Tasting: Lagavulin 8 Years

Happy Birthday Lagavulin. Einer meiner absoluten Lieblings-Whiskymarken wird 200 Jahre alt und das weiß die Brennerei zu feiern. Auch ich feiere fleißig mit, denn zu Lagavulin habe ich eine ganz besondere Beziehung: Meine erste eigene Flasche, die den Anfang meiner kleinen Sammlung machte, war die 16-jährige Version des bekannten Islay-Malts.

Schnell kam ein 12-Jähriger dazu und einige Jahre später auch eine herrliche Destillers Edition. Für mich war der Lagavulin der Einstieg in die rauchige Islay-Welt, die mich auch heute noch fasziniert und die ich, natürlich in ausgewogenen Maßen, einem süßen Whisky immer vorziehen werde.

Umso mehr habe ich mich nach der Ankündigung der ersten Limited Edition für die 200-Jahr-Feier, einer 8-jährige Abfüllung, auf deren Release gefreut. Ein junger Islay Malt versprach intensive  Rauchnoten. Limited heißt in diesem Fall übrigens 20.000 Flaschen – das erscheint auf den ersten Blick sehr viel, aber Lagavulin ist auch eine der Topmarken von Diageo. Wer eine will, sollte sich also zumindest nicht allzu lange Zeit lassen.

Später dieses Jahr soll noch eine 20-jährige Version auf den Markt kommen, doch wird der wohl weit jenseits der 50€ liegen, die man aktuell für einen Lagavulin 8 Years bezahlt. Ich werde trotzdem die Augen offen halten, denn man weiß ja nie.

 

Tasting Notes:

Sanft ist anders. Aber keine Sorge, die Rauchigkeit hält sich in Grenzen und fordert nicht den Gaumen heraus wie ein Port Charlotte oder gar ein Octomore. Eine gewisse Fruchtigkeit lockert den jungen Islay-Malt auf und sorgt für interessante Aromen. Bis zum langen, rauchigen Abgang bleibt diese Fruchtigkeit aus Citrus- und Orangennoten erhalten. Eine leichte Malznote und generelle Würze kann man dem Lagavulin auch nicht aberkennen.

Meine Meinung:

Kurz und knapp: Kaufen! Für einen absolut angemessenen Preis bekommt man hier etwas wirklich Besonderes: Ein limitiertes Stück Whisky-Geschichte. Ja, es ist kein Anlageobjekt und auch sicher keine Flasche zum Angeben, aber darauf kam es Diageo auch nicht an. Der Lagavulin ist etwas für Liebhaber und Genießer, die gar nicht erst in Versuchung kommen sollen, die Flasche ungeöffnet zu lassen. Neben dem sentimentalen Wert ist es auch einfach ein klassischer, runder, interessanter Islay-Malt, der seinem Namen alle Ehre macht. Spannend wird vor allem ein direkter Vergleich mit dem 16er oder 12er, den man sich sogar leisten kann.

Yourmalt-Note:

laga

Über Lagavulin (die Mulde, in der die Mühle steht):

Die Distillery Lagavulin befindet sich in Lagavulin auf der Insel Isle of Islay. Seit 1742 wird hier Whisky produziert. Lagavulin selbst wurde erst 1816 gegründet, war immer wieder stillgelegt und gehört heute zu Diageo. Der Islay Malt gehört zur Reihe der Classic Malts und ist außerdem in einer 12-Jährigen Caks Strength Version, einem Pedro Ximinez Finish und vielen weiteren äteren Varianten erhältlich.

Diageo:

Diageo ist einer der größten Hersteller von Spirituosen weltweit. Das Unternehmen entstand im Dezember 1997 durch den Zusammenschluss von Grand Metropolitan und Guinness. Zum Sortiment zählen unter anderem: Bulleit, Caol Ila, Cardhu, Clynelish, Cragganmore, Dalwhinnie, Glen Elgin, Glenkinchie, I.W. Harper, Knockando, Lagavulin, Oban, Royal Lochnagar, Talisker und The Singleton of Dufftown und Old Bushmills.