Aktuelles Tasting: Mahrs Bräu Whiskey

Wer gutes Bier braut, kann nur guten Whisky machen? Nicht unbedingt, nein. Aber wer das Handwerk rund um Malz, Hefe, Wasser, Gerste und Braukessel versteht, hätte zumindest theoretisch eine gute Ausgangslage dafür.

Deshalb war ich um so gespannter als ich auf facebook die Ankündigung der traditionsreichen Bamberger Brauerei Mahrs las, einen 5 Jahren alten Whiskey auf den Markt zu bringen. Natürlich in einer Kleinserie und streng limitiert. Tatsächlich ist es auch nicht der erste Streich, denn schon 2015 hatte die Brauerei einen 7 Jahre alten Whisky, gebrannter Winterbock im Barriquefass gelagert, verkauft.

Glücklicherweise ist der Brauereiverkauf von Mahrs Bräu nur etwa 5 Gehminuten von meinem Arbeitsplatz außerhalb der Whiskywelt entfernt, so dass ein Biergartenbesuch in der Mittagspause Gelegenheit zum Kauf der edlen kleinen Flasche gab.

Tasting Notes:

Ich und mein Malz, ich und mein Ma-aa-alz… Der erste Eindruck des jungen Whiskies erinnert an das Aroma, das in einer Brennerei oder eben Brauerei in der Luft liegt. Auch ist er relativ scharf, was beim ersten Schluck leider das Aroma etwas zurückhält. Der zweite Schluck offenbart dann aber, dass es eben doch nicht einfach ein Bierbrand ist und zeigt vielfältige Aromen von süß-fruchtig bis karamellig—herb. Dazu immer wieder der intesive Malzduft.

Meine Meinung:

Es gibt Liebe auf den ersten Blick und Liebe die wächst. Beim Mahrs Bräu Whiskey ist es auf jeden Fall Zweiteres. Der starke Malzgeschmack und die Schärfe verlangen einen zweiten Schluck, ein zweites Glas, einen zweiten Abend. Aber dann kommt sie, die Liebe. Je öfter ich die kleine braune Flasche zur Hand nehme und mein Glas fülle, desto mehr verstehe ich den kleinen, jungen Bamberger. Er ist komplex, schwierig, intensiv, will seine Bamberger Bierherkunft nicht verstecken und braucht seine Zeit. Aber wer ihm die gibt, der wird belohnt.

Yourmalt-Note:

laga

Über Mahrs Bräu:

Die Brauerei Mahr wurde 1602 erstmals in einem Stadtplan erwähnt und ist seit etwa 1670 urkundlich ein fester Bestandteil Bambergs. Seit 1850 wird sie von der Familie Michel betrieben und befindet sich im Stadtteil Wunderburg in guter Gesellschaft zur Keesmann Brauerei. Besonders bekannt ist Mahrs für sein ungespundetes Kellerbier, das sogenannte „U“. Darauf beruht auch die kürzeste Bierbestellung der Welt „a U“.